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Braunschweiger SC - Eintracht Braunschweig 2:6 (1:3)So., 03.07.2011 - 15:00 Uhr - Konrad-Koch-Stadion BraunschweigFür mein erstes Fußballspiel in der Fußballsaison 2011/2012 musste ich am gestrigen Sonntag einen weiten Weg auf mich nehmen. Bereits Frühs um 14:00 Uhr machte ich mich auf den Weg, um nach langen 90 Sekunden Fußmarsch bei Starkregen endlich an der Heimstätte des Braunschweiger SC anzukommen. In historischer Umgebung liegt am "Franzsches Feld", wo einst Adolf Hitler von einer noch heute stehenden Tribüne zu Tausenden Braunschweigern sprach und danach in den Bunkeranlagen des Nussberges verschwand, das 6.000 Zuschauer fassende Konrad-Koch-Stadion.
"Anzeige- und Sprecherturm" im Konrad-Koch-StadionDas Stadion, welches seit Jahresbeginn für 3 Mio. Euro umfangreich saniert wurde, gehört in seiner jetzigen Form sicherlich zu den besten Anlagen im Braunschweiger Land. Neben den zwei beheizbaren und mit Flutlicht ausgestattenden Kunstrasenplätzen für 1,3 Mio. Euro, entstand für 1,7 Mio. Euro aus dem alten "Stadion Franzsches Feld" ein hübsches, kleines Stadion mit einer drei- und drei sechsstufigen Stehplatztribünen. Zudem wurden auf der Gegengerade 200 Sitzschalen installiert. Die Spielfläche dürfte sicherlich auch der ein oder andere Proficlub neiden - immerhin wurde hier hochwertiger holländischer Rollrasen verlegt, der u.a. mit 16 Sprinkleranlagen ausgestattet ist. Das ist schon ein sehr hohes Niveau für Landesligaverhältnisse!
Eintracht-Profis beim aufwärmen; Blick auf die 200 SitzplätzeZu Spielbeginn drückte Eintracht Braunschweig direkt frühzeitig auf die Führung. So kam es nicht überraschend, dass Dominick Kumbela nach bereits 5 Minuten eine Petersch-Flanke per Flugkopfball aus rund 8 Metern zum 0:1 verwerten konnte. Nachfolgend konnte sich der Torhüter des Braunschweiger SC zweimal auszeichnen, indem er zunächst einen Schuß von Eintracht-Neuzugang Gianluca Korte - der sich vorher mit einem schönen Sololauf durch die BSC-Defensive spielte - spektakulär auf der Linie hielt. Wenige Minuten später tankte sich Eintracht-Angreifer Mathias Fetsch in den Strafraum, aber auch er scheiterte am BSC-Torhüter.
Chancenlos war er dann in der 17.Spielminute, als Mathias Fetsch eine Ecke von Damir Vrancic platziert per Kopf verwertete. Nur vier Minuten später klingelte es zum dritten mal. Nach einem schönen Zuspiel von Dominick Kumbela auf Benjamin Fuchs war es dann Gianluca Korte, der die präzise Flanke von Fuchs zum 0:3 - ebenfalls per Kopf - verwerten konnte. Nachfolgend nahm die Eintracht etwas das Tempo raus, wodurch auch der Braunschweiger SC zur ein oder anderen Tormöglichkeit kam. Kurz vor der Halbzeit dann die beste Möglichkeit für den BSC: Nach einem Steilpass aus dem Mittelfeld lief BSC-Angreifer Franco Buhe freistehend auf Eintracht-Torhüter Daniel Davari zu und verwandelte - durch Davaris Beine spielend - zum 1:3. Danach war Pause.
Spielszene aus Halbzeit 1Zur 2.Halbzeit sollte sich dann ein anderes Bild zeigen. Nein, nicht aufs Spiel bezogen. Beide Mannschaften wechselten einmal komplett durch. So kam auf Braunschweiger Seite u.a. Raffael Korte, Zwillingsbruder von Gianluca Korte. Warum ich ihn erwähne, wird sich noch zeigen. Zunächst plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin, bis die Eintracht nach 10 Minuten das Tempo wieder anzog. Wenig überraschend kam dann auch das 1:4. Eine Flanke von links verwandelte Eintracht-Neuzugang Raffael Korte in der 57.Minute überragend aus spitzem Winkel per Fallrückzieher. 10 Minuten später ging zunächst Mirko Boland von der Mittellinie bis zur Eckfahne, lies dabei drei oder vier Gegenspieler stehen und setzte wunderbar Raffael Korte in Szene, der von der Eckefahne aus vier Gegenspieler schwindlig spielte und dann platziert vor das Tor spielte, wo Pierre Merkel nur noch den Schlappen zum 1:5 hinhalten musste.
Spielszene in Halbzeit 24 Minuten später spielte Raffael Korte wieder mehrere Gegenspieler schwindlig, ging in den Strafraum, lies noch einen Gegner stehen und verwandelte zum 1:6. Aber wie! Sowas hab ich noch nicht gesehen. Zunächst dachte man, der Ball geht 10 Meter am Tor vorbei. Nach wenigen Metern in der Luft machte der Ball aber unerwartet einen Schwenker nach rechts und flog hinter dem verdutzten BSC-Torhüter ins Tor. Wahnsinn! Mit den Korte-Zwillingen hat die Eintracht für meine Begriffe einen wahnsinns Fang gemacht. Vorallem Raffael Korte überzeugt mit 1A-Technik. Bruder Gianluca Korte steht dem aber in nichts nach. Das ist für mich echt überraschend - diese zwei jungen Buben, die nicht älter als 14/15 aussehen, nehmen mal eben eine ganze Defensive auseinander. Ok, das war ein Landesligist. Trotz allem wunderbar anzusehen. Den Schlußpunkt zum 2:6 setzte dann noch BSC-Angreifer Marvin Steinhauer kurz vor Schluß. Nicht weniger schön anzusehen hob er den Ball aus rund 20 Metern über Eintracht-Torhüter Marjan Petkovic. Unhaltbar! Danach war Feierabend und ein gepflegter Fußball-Nachmittag zu Ende. In den nächsten 2 Wochen werde ich dann weiter im Braunschweiger Fußball rumstreifen. Wenns schon nicht Rot-Weiß Erfurt sein kann, dann wenigstens der SC Rot-Weiß Volkmarode und der VfB Rot-Weiß Braunschweig.
