Nachwuchsarbeit im Verein

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norge
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Beitragvon norge » Donnerstag 4. Februar 2016, 12:00

die II. willste abmelden? und wer soll dann die von die vorgeschlagenen Spiele bestreiten? Du brauchst dazu einen festen Kader. Aber den haste nur wenn die Mannschaft Punkt u Pokalspiele macht und nicht nur "Testspiele".
Oder sollen alle eingesetzt werden die sonst nicht Spielen?
Ihr seit für die Abschaffung der II. alleine wegen dem Kosten/Nutzen Faktor?
Gut, was kostet uns das NLZ im Jahr und was kommt (an Spielermaterial) davon in der ersten Mannschaft an?


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Guerti
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Beitragvon Guerti » Donnerstag 4. Februar 2016, 12:36

Wenn ich entscheiden müsste/könnte, würde ich sie abmelden, ja. Und es geht genau um deinen letzten Satz: Wie viel ist vom NLZ in der 1. Mannschaft angekommen und wie kann man hier bessere Ergebnisse erzielen.

Wie ist es denn bisher? Die A-Jugend spielt gegen den Abstieg, in der Regel erhalten die besten 3-5 U-19-Spieler, die aus der Jugend ausscheiden, Anschlussverträge für die erste Mannschaft. Weitere 3-5 werden in die II. Mannschaft integriert. Die Einteilung erfolgt lediglich auf Grundlage der gezeigten Leistungen im "geschlossenen System A-Jugendbundesliga". Keiner der 2. Gruppe hat seit ich denken kann, so den Sprung in die erst geschafft. Auch von der 1. Gruppe schaffen es nur die wenigsten - aus meiner Sicht, wegen einer falschen Förderung.

Zu deinen Fragen:

Wer soll dann die von die vorgeschlagenen Spiele bestreiten?
Unser Kader der I. Mannschaft umfasst 26 Mann. Dh. mit durchschnittlich 2 Verletzten haben wir immer noch 24 Spieler, 14 Spielen am WE, bleiben 12 Mann ohne Spielpraxis übrig. Diese 12 Spieler (wie z. B. Klewin, Eichmeier, Bichler, ...) kommen aber auch meist in der II. Mannschaft nicht regelmäßig zum Zuge. diese 12 Spieler mit den max. 30 Minuten belasteten Einwechslern, sind schon 14-15 Leute. Dazu würde ich 3-5 A-Junioren mitnehmen, die in der A-Jugend bereits höheres Potenzial angedeutet haben und regelmäßig spielen (Kogler, Rittmüller, Rohner, Kasper, Becker, Tzimanis, Seufert, Mähner, Struß, ...) immer mal andere.

Die Vorteile:
1) Die nicht-eingesetzten Spieler fühlen sich nicht degradiert.
2.) Sie haben anspruchsvollere Gegner, als in der Oberliga, die dem Spielstil in der 3. Liga näher kommen.
3.) Die A-Junioren können sich im Männer(!)fußball beweisen.
4.) Sie lernen neben erfahrenen Spielern unter Wettkampfbedingungen.
5.) Die A-Jugend rückt wesentlich näher an die 1. Mannschaft heran.
6.) Die A-Junioren haben Lernvorsprünge, brauchen ggf. kürzere Zeiten, um sich im Herrenfußball zurecht zu finden.
7.) Man müsste talentierte A-Junioren nicht 1-2 Jahre in die ReLi verleihen, sondern könnte sie weiter beim Verein entwickeln.

Natürlich gibt es auch Nachteile, die m. M. n. jedoch weniger ins Gewicht fallen: Die II. Mannschaft hat bei den Fans oft einen "Kultstatus": Fußballprofis auf einem Dorffußballplatz. Dazu werden Spätentwickler wahrscheinlich durch das Raster fallen.


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Nummer13
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Beitragvon Nummer13 » Donnerstag 4. Februar 2016, 13:39

Die Sache hat einen Haken. Warum sollten die Regionalligamannschaften da mitmachen? Die würden doch dann auch nur, wenn überhaupt, ihre 2. Mannschaft oder die Reserveleute einsetzen.


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Beitragvon Guerti » Donnerstag 4. Februar 2016, 14:14

Sicher würden die nicht 90 Minuten mit ihrer ersten Elf antreten.

Aber 1. ist es für sie ein guter Test, gegen einen Drittligisten zu spielen, 2. können sie natürlich auch ihre Ersatzspieler (Junioren) einsetzen und bringen damit immer noch mehr Qualität auf den Platz, als Eisenach, Bernburg oder Berleben. 3. Kommen vielleicht auch die einen oder anderen (einheimischen) Zuschauer + Einnahmen.

Ich denke, das sollte dann für beide Vereine eine Win-Win-Situation sein. Es spricht m. M. n. auch nichts dagegen, gegen Mannschaften zu spielen, die ebenfalls keine II. mehr gemeldet haben. Selbst wenn man den Vereinen ein Antrittsgeld o.ä. zahlen müsste, wäre m. M. n. der langfristige Effekt höher.


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Beitragvon RWEUS » Donnerstag 4. Februar 2016, 14:52

Guerti ich finde Deine Ideen oft sehr gut, aber ich bin bei dieser Freundschaftsspieltour nicht ganz Deiner Meinung.

Zum einen ist mir keine einzige Mannschaft bekannt die soetwas durchzieht, also scheint das an sich nicht unbedingt ein vielversprechendes Geschaeftsmodell zu sein.

Zum anderen stehen dann die sogenannten 12 Spieler auf dem Platz, die am Wochenende nicht gespielt haben, oder spielen werden. Die fahren dann dort hin ohne Auswechselspieler? Bei einem Spiel unter der Woche fallen sie dann ausserdem noch mindestens 2 Tage fuer das Training unserer 1.Mannschaft aus ( 1 Tag des Spiels + 1 Tag Erholung). D.h. unsere Erstbesetzung trainiert zwischen ihren Punktspielen zwei Tage nur in kleinen Gruppen und kann nur 6 gegen 6 spielen. Aus eigener Erfahrung halte ich das fuer nicht durchfuehrbar, weil man dadurch den Trainingsrhythmus des gesamten Teams erheblich durcheinander bringt.

Desweiteren finde ich es fragwuerdig ob solche Freundschaftsspiele fuer die besagten Spieler richtigen Wettkampf simulieren. Da geht es doch um nix. Was die Jungs brauchen ist Druck und Ziele. Wenn sie mit den Leistungstraegern der Startelf trainieren haben sie durchaus Leute an denen sie sich orientieren koennen.

Letztendlich wird der Trainer beurteilen muessen, wer sich aus der Jugend in seinem Team weiterentwickeln kann. Wenn man allerdings alle 6 Monate einen neuen Trainer hat, ist es schwer ein langfristiges Konzept fuer die jungen Spieler zu entwickeln.


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Daiker
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Beitragvon Daiker » Donnerstag 4. Februar 2016, 17:31

War es nicht so, dass einige sächsische Vereine (inkl. Chemnitz) statt Amateurteams eine eigene Liga für Freundschaftsspiele untereinander und mit tschechischen Vereinen gründen wollte?

Ist ja ein ähnlicher Ansatz. Was ist daraus geworden?


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Beitragvon Utze » Donnerstag 4. Februar 2016, 19:26

Warum geht man nicht so - wie du es beschrieben hast Guerti - an die Angelegenheit mit der zweiten Mannschaft an? Eben in der Oberliga - erst einmal. Wer nicht in der ersten spielt, spielt eben in der zweiten. Dazu A-Junioren und Testspieler?!


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Beitragvon Guerti » Freitag 5. Februar 2016, 09:13

RWEUS hat geschrieben:Zum einen ist mir keine einzige Mannschaft bekannt die soetwas durchzieht, also scheint das an sich nicht unbedingt ein vielversprechendes Geschaeftsmodell zu sein.


Na gut, das heißt noch nicht viel. Früher haben wir mit Libero gespielt, irgendeiner hat auch angefangen, als erster auf Viererkette umzustellen.

RWEUS hat geschrieben:Zum anderen stehen dann die sogenannten 12 Spieler auf dem Platz, die am Wochenende nicht gespielt haben, oder spielen werden. Die fahren dann dort hin ohne Auswechselspieler?

Nein, ich meinte, die 12 Nicht eingesetzten + die Spieler, die <30 Minuten gespielt haben + talentierte A-Junioren.

RWEUS hat geschrieben:Bei einem Spiel unter der Woche fallen sie dann ausserdem noch mindestens 2 Tage fuer das Training unserer 1.Mannschaft aus ( 1 Tag des Spiels + 1 Tag Erholung). D.h. unsere Erstbesetzung trainiert zwischen ihren Punktspielen zwei Tage nur in kleinen Gruppen und kann nur 6 gegen 6 spielen. Aus eigener Erfahrung halte ich das fuer nicht durchfuehrbar, weil man dadurch den Trainingsrhythmus des gesamten Teams erheblich durcheinander bringt.


Das ist allerdings wahr. So hatte ich das noch nicht betrachtet. Ich bin davon ausgegangen, dass die Mannschaft z. B. montags ohnehin nicht trainiert und dieses "zweite Spiel" an diesem Tag stattfinden könnte. Wie schon geschrieben, dürfte das Tempo zwar hoch, aber ggf. nicht so hoch sein, dass danach ein Regenerationstag stattfinden muss. Aber der Punkt "Aufspaltung" der Mannschaft ist schon ein Schwachpunkt im Konzept.

RWEUS hat geschrieben:Desweiteren finde ich es fragwuerdig ob solche Freundschaftsspiele fuer die besagten Spieler richtigen Wettkampf simulieren. Da geht es doch um nix. Was die Jungs brauchen ist Druck und Ziele. Wenn sie mit den Leistungstraegern der Startelf trainieren haben sie durchaus Leute an denen sie sich orientieren koennen.


Das weiß ich natürlich auch nicht. Ich denke nur, dass es den realen Anforderungen der 3. Liga eher entspricht, als wenn die in der Oberliga lustlos gegen International Leipzig spielen. Auf jeden Fall ist es eher geeignet, als sich nur im Training im 5:2 o. ä. zu beweisen.

Daiker hat geschrieben:War es nicht so, dass einige sächsische Vereine (inkl. Chemnitz) statt Amateurteams eine eigene Liga für Freundschaftsspiele untereinander und mit tschechischen Vereinen gründen wollte?

Ist ja ein ähnlicher Ansatz. Was ist daraus geworden?


Das habe ich auch versucht, herauszufinden. Bin aber noch in der Recherche. In den sächsischen Zeitungen lässt sich ad hoc nichts finden.

Utze hat geschrieben:Warum geht man nicht so - wie du es beschrieben hast Guerti - an die Angelegenheit mit der zweiten Mannschaft an? Eben in der Oberliga - erst einmal. Wer nicht in der ersten spielt, spielt eben in der zweiten. Dazu A-Junioren und Testspieler?!


Das stimmt. Aber eben ohne Erfolge. Die II. dümpelt in der Oberliga vor sich hin. Die Spieler sind entweder nicht motiviert oder gefordert genug, um sich in der Klasse weiter zu entwickeln.

Das zeigt: Wir haben Spieler mit Potenzial, die sich in der Oberliga nicht entwickeln. Wir geben sie im Alter zwischen 19 und 22 an Regionalligisten ab, wo (die wirklich talentierten) Spieler innerhalb 1-2 Saisons Stammspieler und Leistungsträger werden (Rahn, Beck, Packheiser, Göbel, Nietfeld, Handke, ...), während wir exakt solche Spieler dann von anderen Regionalligisten transferieren (Pigl, Szimayer, Yohoua, Nikolaou, Uzan, Strangl, Eichmeier, Sponsel, Czichos).


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Beitragvon norge » Freitag 5. Februar 2016, 10:34

Wenn Oberliga spielen keine Herausforderung für die Spieler ist dann frage ich mich warum wir dahin dümpeln anstatt mit den Jungs oben mit zu spielen.


Das gute ist das Böse! Zeitgenossen lieben ihn nicht, sie respektieren ihn nicht einmal, sie fürchten ihn nur.

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Beitragvon rwerabbert » Freitag 5. Februar 2016, 11:04

Daiker hat geschrieben:War es nicht so, dass einige sächsische Vereine (inkl. Chemnitz) statt Amateurteams eine eigene Liga für Freundschaftsspiele untereinander und mit tschechischen Vereinen gründen wollte?

Ist ja ein ähnlicher Ansatz. Was ist daraus geworden?


http://www.hallescherfc.de/die-teams/future-league/

Die Vereine lassen dann außer den Talenten auch immer immer mal ihre ehemals Verletzten Spieler zum Wiederaufbau etc. mitspielen.
Gespielt wird meistens zu Terminen nachmittags unter der Woche.

Link zur Future Leaugue: http://www.futureteamliga.com/


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Beitragvon Guerti » Freitag 5. Februar 2016, 11:51

norge hat geschrieben:Wenn Oberliga spielen keine Herausforderung für die Spieler ist dann frage ich mich warum wir dahin dümpeln anstatt mit den Jungs oben mit zu spielen.


Genau das fragen wir uns alle. Ich denke, es liegt vor allem an der Struktur. Die II. besteht aus 3 Gruppen von Spielern:
- Spieler der I., die nicht zum Zug kamen und dort aushelfen müssen, die aber meistens keine Lust haben und in keinster Weise 100 % geben.
- Spieler, aus der A-Jugend, die sicher auch Talent haben, aber mehr oder weniger deshalb Verträge erhielten, damit die II. "voll" wird, die jedoch keine Perspektive für die I. Mannschaft haben
- Spieler aus der A-Jugend, die viel Potenzial haben, aber sich dem Niveau nach unten anpassen, ggf. von Gruppe 1 und 2 ausgebremst werden und vielleicht sogar unterfordert und unmotiviert sind.

Andersrum gefragt: Wie erklärt es sich, dass Spieler wie Göbel, Packheiser oder Nietfeld (um mal nur Abgänge der letzten 2 Jahre zu nennen) sich in so kurzer Zeit zu dem Spielertyp entwickelt haben, den wir für unser Team suchen. Warum hat das bei uns nicht geklappt?


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Beitragvon Guerti » Dienstag 9. Februar 2016, 17:12

RWEUS hat geschrieben:Zum einen ist mir keine einzige Mannschaft bekannt die soetwas durchzieht, also scheint das an sich nicht unbedingt ein vielversprechendes Geschaeftsmodell zu sein.


Aue fängt zumindest damit an: klick


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Beitragvon RWEUS » Dienstag 9. Februar 2016, 17:24

Ich find das gut das sich die Ostdeutschen Vereine auf diese Art unterstuetzen. :-)


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Beitragvon Guerti » Dienstag 15. März 2016, 10:26

Nummer13 hat geschrieben:Mir ist das hier zu viel Aufwärmen alter Kamellen. Die Vergangenheit ist wichtig, aber nur um daraus zu lernen.

Nehmen wir doch einfach die Erkenntnisse und schauen, was man daraus ableiten kann.

- Der Durchsatz von Eigengewächsen in die erste Mannschaft ist zu gering für einen selbsternannten Ausbildungsverein.
- Es gibt viele Spieler, die in ihren jungen Jahren nicht das notwendige Niveau hatten und die man weggeschickt hat. Einige davon haben sich besser entwickelt, als erwartet. Heute könnte man sie gebrauchen.
- Die größten Talente verlassen den Verein schon bevor sie alt genug sind in den Männerbereich einzusteigen, weil sie schon von anderen Vereinen abgeworben werden.
- Der Verein hat nur begrenzte Mittel, um Jugendspieler an sich zu binden.

Meine Schlussfolgerungen daraus sind:
Will ich talentierte Jugendspieler halten und habe nicht die notwendigen Mittel, dann kann es nur über die persöliche Ebene und optimale Betreuung gehen. Jeder, der sich mit dem Nachwuchs bei uns beschäftigt, weiß, dass es seit dem ich denken kann anders läuft. Als Jugendspieler bist du eine Nummer und wirst auch so behandelt. Da muss sich die Vereinskultur ändern.

Talete, die mit 18 oder 19 noch nicht den Sprung in die erste Mannschaft schaffen oder dort sich in einer oder 2 Saisons nicht durchsetzen, müssen ausgeliehen werden. Dabei ist dem Spieler zu vermitteln, dass es um seine Entwicklung geht und der Weg zurück bei entsprechender Leistung ausdrücklich gewünscht ist. Die Leihe sollten bis zu vier Jahren ausgedehnt werden (je nach Entwicklung) weil man aus der Vergangenheit gelernt hat, dass die Spätentwickler erst mit 23 so richtig loslegen.

Die persönliche Betreuung und Fürsorge ist entscheidend. Damit kann ich 20% mehr Talete halten, die sonst schon in der Jugend wechseln würden. Außerdem erhöht man so die Chance, diese Spieler zur Rückkehr zu animieren, wenn es in der Fremde nicht funktioniert.

Ganz wichtig ist auch eine personenunabhängige Einschätzung von Spielern über den Zeitverlauf. Dazu gibt es genügend objektive Software-Tools. Gerade bei der Fluktuation der Trainer und Leiter bei uns ist so etwas entscheidend. Best case wäre, den Leiter des NLZ dauerhaft zu binden, damit hier Kontinuität entsteht. Dieser müsste die Philosophie und Kultur durchsetzen und verkörpern.


Das sehe ich ähnlich.

Wobei ich die Jugendtrainer in Schutz nehmen will: Die machen eine tolle Arbeit, auch im Kleinfeldbereicht. Es fehlt meiner Meinung nach vor allem an Geld und am Konzept.

Wenn man hört, was im Nachwuchsbereich so passiert, wie mit Jugendtrainern und Spielern umgegangen wird, ... da liegt so viel im Argen.

Ich fände es wichtig, dass Marcus Jahn langfristig gebunden werden kann. Zudem bin ich mir unsicher, ob der Leiter des NLZ nicht eigentlich genügend Aufgaben hat und ob es notwendig ist, die U19 zu trainieren. Diese Doppelbelastung führt zwangsläufig zu Informationsverlusten und steht auch der "persönlichen Betreuung", die du ansprachst, entgegen.


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FANthomass
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Beitragvon FANthomass » Dienstag 15. März 2016, 11:13

Guerti hat geschrieben:
Nummer13 hat geschrieben:Mir ist das hier zu viel Aufwärmen alter Kamellen. Die Vergangenheit ist wichtig, aber nur um daraus zu lernen.

Nehmen wir doch einfach die Erkenntnisse und schauen, was man daraus ableiten kann.

- Der Durchsatz von Eigengewächsen in die erste Mannschaft ist zu gering für einen selbsternannten Ausbildungsverein.
- Es gibt viele Spieler, die in ihren jungen Jahren nicht das notwendige Niveau hatten und die man weggeschickt hat. Einige davon haben sich besser entwickelt, als erwartet. Heute könnte man sie gebrauchen.
- Die größten Talente verlassen den Verein schon bevor sie alt genug sind in den Männerbereich einzusteigen, weil sie schon von anderen Vereinen abgeworben werden.
- Der Verein hat nur begrenzte Mittel, um Jugendspieler an sich zu binden.

Meine Schlussfolgerungen daraus sind:
Will ich talentierte Jugendspieler halten und habe nicht die notwendigen Mittel, dann kann es nur über die persöliche Ebene und optimale Betreuung gehen. Jeder, der sich mit dem Nachwuchs bei uns beschäftigt, weiß, dass es seit dem ich denken kann anders läuft. Als Jugendspieler bist du eine Nummer und wirst auch so behandelt. Da muss sich die Vereinskultur ändern.

Talete, die mit 18 oder 19 noch nicht den Sprung in die erste Mannschaft schaffen oder dort sich in einer oder 2 Saisons nicht durchsetzen, müssen ausgeliehen werden. Dabei ist dem Spieler zu vermitteln, dass es um seine Entwicklung geht und der Weg zurück bei entsprechender Leistung ausdrücklich gewünscht ist. Die Leihe sollten bis zu vier Jahren ausgedehnt werden (je nach Entwicklung) weil man aus der Vergangenheit gelernt hat, dass die Spätentwickler erst mit 23 so richtig loslegen.

Die persönliche Betreuung und Fürsorge ist entscheidend. Damit kann ich 20% mehr Talete halten, die sonst schon in der Jugend wechseln würden. Außerdem erhöht man so die Chance, diese Spieler zur Rückkehr zu animieren, wenn es in der Fremde nicht funktioniert.

Ganz wichtig ist auch eine personenunabhängige Einschätzung von Spielern über den Zeitverlauf. Dazu gibt es genügend objektive Software-Tools. Gerade bei der Fluktuation der Trainer und Leiter bei uns ist so etwas entscheidend. Best case wäre, den Leiter des NLZ dauerhaft zu binden, damit hier Kontinuität entsteht. Dieser müsste die Philosophie und Kultur durchsetzen und verkörpern.


Das sehe ich ähnlich.

Wobei ich die Jugendtrainer in Schutz nehmen will: Die machen eine tolle Arbeit, auch im Kleinfeldbereicht. Es fehlt meiner Meinung nach vor allem an Geld und am Konzept.

Wenn man hört, was im Nachwuchsbereich so passiert, wie mit Jugendtrainern und Spielern umgegangen wird, ... da liegt so viel im Argen.

Ich fände es wichtig, dass Marcus Jahn langfristig gebunden werden kann. Zudem bin ich mir unsicher, ob der Leiter des NLZ nicht eigentlich genügend Aufgaben hat und ob es notwendig ist, die U19 zu trainieren. Diese Doppelbelastung führt zwangsläufig zu Informationsverlusten und steht auch der "persönlichen Betreuung", die du ansprachst, entgegen.

Das Geld einmal außen vor, warum haben wir eine Trainer/Leiter Fluktuation? Wer ist für das Konzept verantwortlich? Wem unterstehen die Nachwuchstrainer?(sportlicher Leiter?)


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Beitragvon Guerti » Dienstag 15. März 2016, 11:59

Naja, wir haben viele junge Trainer und offizielle im Verein. Die haben noch Elan, aber auch wenig Erfahrung und nicht die selben Gehaltsvorstellungen, wie die Trainer z. B. in Wolfsburg, München oder Hamburg.

So eine hohe Fluktuation haben wir eigentlich nicht. Hörgl führte damals weitreichende Änderungen im Nachwuchsbereich durch. Ihm haben wir es zu verdanken, dass unser Nachwuchs überhaupt noch konkurrenzfähig ist. Er lernte Christian Preußer an, der mit viel Elan und unheimlich viel Engagement solange gewirkt hat, bis er für die Aufgabe überqualifiziert war und als Cheftrainer begann. Jetzt haben wir Marcus Jahn, der oftmals Abends 23 Uhr noch E-Mails aus dem Büro abarbeitet.

Es fehlt m. M. n. vor allem am Geld. Mit einer normalen 40-Stunden-Woche kommt in der GS keiner zu Rande. Da ist unheimlich viel Freizeit im Spiel. Gerade im Nachwuchs fehlt Personal an allen Ecken. Mannschaftsbetreuer, Physios, Schiedsrichterbetreuer, ...

Die Hierarchie ist im Verein ja klar geklärt. Es gibt 3 Bereiche mit unterschiedlichen Leitern, die Marcus Jahn unterstehen. Aber auch der hat nur 24 Stunden am Tag und irgendwann muss auch er mal schlafen.


Für mich gibt es 2 Aspekte, weswegen die Nachwuchsspieler den Sprung in die 1. Mannschaft nicht schaffen:
a) zu wenig Talent/Ergeiz: Klewin, Göbel, Möhwald, Kammlott - das sind Talente, die sich zum einen erst später entwickelt haben (und den Bundesligavereinen so durch die Lappen gingen), bzw. gebunden wurden, bevor sie abgeworben wurden und zum anderen so viel Talent mitbrachten, dass sie zügig im Kader der 1. Mannschaft unter gekommen sind. Solche Spieler haben wir aber selten im Kader. Viele werden vorher weggefischt, einige haben nicht den notwendigen Ehrgeiz. Wer Pommes mit 13 Jahren kennt, der weiß, was ich meine.
b) die wechselnden Trainer in der 1. Mannschaft. Das m. M. n. größere Manko, hier gibt es eine viel höhere Fluktuation. Und da gibt es Spieler mit Lebenslauf und Erfahrung und Spieler aus der eigenen Jugend, die man sich ansehen muss, die Formschwankungen haben, bei denen man die Entwicklung der letzten Monate und Jahre im Auge haben muss, die der neue Trainer nicht schon in duzenden Ligaspielen gesehen hat.

Das ist kein Vorwurf, schließlich muss man gerade am Anfang auf den "Neue Besen Nimbus" setzen. Aber mal als Beispiel: Auf wen vertraute SK denn, als er hier her kam? Auf die Spieler, die er kannte: Laurito, Menz, Tyrala, Judt. Gott sei Dank, hat er damit auch richtig gelegen, aber die Namen hätten auch Nikolaou, Bergmann, Löschner und Pigl lauten können.


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Beitragvon FANthomass » Dienstag 15. März 2016, 13:57

Guerti hat geschrieben:Naja, wir haben viele junge Trainer und offizielle im Verein. Die haben noch Elan, aber auch wenig Erfahrung und nicht die selben Gehaltsvorstellungen, wie die Trainer z. B. in Wolfsburg, München oder Hamburg.

So eine hohe Fluktuation haben wir eigentlich nicht. Hörgl führte damals weitreichende Änderungen im Nachwuchsbereich durch. Ihm haben wir es zu verdanken, dass unser Nachwuchs überhaupt noch konkurrenzfähig ist. Er lernte Christian Preußer an, der mit viel Elan und unheimlich viel Engagement solange gewirkt hat, bis er für die Aufgabe überqualifiziert war und als Cheftrainer begann. Jetzt haben wir Marcus Jahn, der oftmals Abends 23 Uhr noch E-Mails aus dem Büro abarbeitet.

Es fehlt m. M. n. vor allem am Geld. Mit einer normalen 40-Stunden-Woche kommt in der GS keiner zu Rande. Da ist unheimlich viel Freizeit im Spiel. Gerade im Nachwuchs fehlt Personal an allen Ecken. Mannschaftsbetreuer, Physios, Schiedsrichterbetreuer, ...

Die Hierarchie ist im Verein ja klar geklärt. Es gibt 3 Bereiche mit unterschiedlichen Leitern, die Marcus Jahn unterstehen. Aber auch der hat nur 24 Stunden am Tag und irgendwann muss auch er mal schlafen.


Für mich gibt es 2 Aspekte, weswegen die Nachwuchsspieler den Sprung in die 1. Mannschaft nicht schaffen:
a) zu wenig Talent/Ergeiz: Klewin, Göbel, Möhwald, Kammlott - das sind Talente, die sich zum einen erst später entwickelt haben (und den Bundesligavereinen so durch die Lappen gingen), bzw. gebunden wurden, bevor sie abgeworben wurden und zum anderen so viel Talent mitbrachten, dass sie zügig im Kader der 1. Mannschaft unter gekommen sind. Solche Spieler haben wir aber selten im Kader. Viele werden vorher weggefischt, einige haben nicht den notwendigen Ehrgeiz. Wer Pommes mit 13 Jahren kennt, der weiß, was ich meine.
b) die wechselnden Trainer in der 1. Mannschaft. Das m. M. n. größere Manko, hier gibt es eine viel höhere Fluktuation. Und da gibt es Spieler mit Lebenslauf und Erfahrung und Spieler aus der eigenen Jugend, die man sich ansehen muss, die Formschwankungen haben, bei denen man die Entwicklung der letzten Monate und Jahre im Auge haben muss, die der neue Trainer nicht schon in duzenden Ligaspielen gesehen hat.

Das ist kein Vorwurf, schließlich muss man gerade am Anfang auf den "Neue Besen Nimbus" setzen. Aber mal als Beispiel: Auf wen vertraute SK denn, als er hier her kam? Auf die Spieler, die er kannte: Laurito, Menz, Tyrala, Judt. Gott sei Dank, hat er damit auch richtig gelegen, aber die Namen hätten auch Nikolaou, Bergmann, Löschner und Pigl lauten können.

:klasse: Danke


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Beitragvon Guerti » Mittwoch 16. März 2016, 09:57

Edden hat geschrieben:Ich denke, wir sind uns beim Thema Leihe alle einig. Mir ist nur nicht klar, ob es bei der Vereinsführung auch ankam. Ich kann mich zumindest nicht erinnern, dass wir jemals von dieser Option gebraucht gemacht haben.
Eine zusätzliche Möglichkeit ist eine Rückkaufoption (natürlich für kleines Geld). Auch diese Option scheint man kaum in Betracht zu ziehen!


Der letzte war Felix Robrecht, der erst nach Siegen und nach 6 Monaten an Meuselwitz ausgeliehen wurde.


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Beitragvon Gast » Mittwoch 16. März 2016, 16:36

Bei Johannes Bergmann (aktuell bei Wacker Nordhausen) gibt oder gab es auch eine Rückholoption.


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Beitragvon Oliver Ruhe » Donnerstag 17. März 2016, 09:04

Gast hat geschrieben:Bei Johannes Bergmann (aktuell bei Wacker Nordhausen) gibt oder gab es auch eine Rückholoption.


Rückkehr nach Erfurt laut Vertrag möglich

Sportvorstand Alfred Hörtnagl ist sich sicher, dass "Johannes in Nordhausen die Chance hat, sich in der Regionalligamannschaft zu behaupten und einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung zu machen." Im Vertrag wurde die Möglichkeit eingebaut, den Spieler bei entsprechender Leistung wieder zurückzuholen. Laut Hörtnagl werde man Johannes Bergmann genau im Auge behalten.

Kommt dann wohl auch nicht wieder nach Erfurt.




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