Es war ein grauenvoller Tag. Nasskaltes Wetter, eine schwache Leistung gegen den Tabellenletzten, und, zumindest vor dem Anpfiff, sehr viele peinliche Fans. Ja, ich sage das sehr direkt. Weil mir nicht in den Kopf will, was solche Aktionen bringen sollen. Wenn ein Spieler, der bisher kaum Spielpraxis hatte, in diesem Spiel für unseren Verein die Kohlen aus dem Feuer holen soll, welchen Sinn hat es dann, diesen bereits beim Warmmachen höhnisch zu empfangen?

Das obligatorische „oooooooo“ (sonst bei Ecken und Freistößen) ist bereits bei seinem Anlauf zu hören. Wenn er den Ball versenkt, wird laut und höhnisch gejubelt. Geht er vorbei, fallen Worte wie Vollidiot, Stock usw. Baut man so einen Spieler auf? Verlangt man danach tatsächlich, dass der Spieler 100% gibt und sich für den Verein zerreisst? Ja, das tut man. Und er tat es auch.

Zum Spiel: Es war eine trostlose Vorstellung. Sinn war es scheinbar, lange Bälle auf Christian Falk zu bringen der die Bälle dann verteilt. Das klappte in Halbzeit eins nur sehr selten, da die Regensburger dem Österreicher mit Adli Lachheb (1,94) eine ebensogroße Kante entgegengestellt hatten. Meist hatte Falk sogar zwei Gegenspieler, was es ihm nicht einfacher machte. Unser Mittelfeld rückte kaum nach und so war Falk immer wieder auf sich allein gestellt. Fast jedes gewonnene Kopfballduell landete beim Gegner. Wenn er sich dann mal durchgesetzt hatte, dann holten sie ihn eben von den Beinen. Die Regensburger begannen erstmal sehr giftig. Bereits nach sechs Minuten gab es zwei gelbe Karten (nach Fouls an Aydin und Klewin). Aber sie hatten dann auch die erste Möglichkeit nach einer Ecke. Danach plätscherte das Spiel so dahin. Kurz vor der Pause zwei gute Möglichkeiten für uns: Okan Aydin vergab freistehend, Rafael Czichos scheiterte per Schuss vom Strafraumeck. Gerade Okan Aydin muss das Ding eigentlich versenken.

Nach der Pause wollten es die Regensburger wissen, scheiterten aber erst an Klewin, danach zweimal an ihrer Unfähigkeit. Als Walter Kogler mit Sebastian Tyrala den bis dahin besten Mann auf unserer Seite rausnahm, und Kevin Möhwald brachte, türmten sich die Fragezeichen über den mitgereisten Rot-Weißen. Warum? Diese Frage stelle ich mir heute immernoch. Sebastian Tyrala war auch sichtlich angefressen. Zu Recht. In der 70. Minute mal wieder eine Chance für uns, als André Laurito nach einer Ecke am Regensburger Torhüter scheiterte. Die größte Chance des Spiels, als Andreas Wiegel völlig freistehend vor dem Tor am Regensburger Torhüter scheiterte. Zum Glück heißt er nicht Christian Falk, sonst hätte er sich sicher sehr viele Beleidigungen anhören müssen.

Die Regensburger nahmen dann nochmal ihr Herz in die Hand und hatten die eine oder andere Chance. Puschs Freistoß ging knapp vorbei,  Hesses Linksschuss danach an den Außenpfosten. Als Haris Bukva dann wieder einigermaßen frei vor dem Tor auftauchte, vergab auch dieser. Er scheiterte mit einem Linksschuss an Regensburgs Torhüter. Die anschließende Ecke flog uns dann komplett um die Ohren. Erst die schwache Ecke von Kevin Möhwald, dann ein André Laurito, der entweder den Ball haben oder den Gegner stoppen muss, dazu ein frischer Florian Bichler, der den Regensburgern nicht hinterherkommt, garniert mit einem Christoph Menz, der statt nach Außen in die Mitte rückt und fertig ist ein mustergültiger Regensburger Konter, den der in der Mitte freistehende Aias Aosman nur noch einzuschieben braucht. Das Ende eines bitteren Spieles.

 

Spielbericht im Video


 

Reaktionen