Am 7. Spieltag der 3. Liga gewannen unsere Jungs durch ein Tor von Christopher Bieber das Derby gegen die Unaussprechlichen mit 1:0. Das Spiel lebte eher von der Spannung als von der Klasse, aber das ist bei Derbys ja häufiger der Fall.

Beginnen möchte ich heute aber nicht mit dem sportlichen Teil, sondern mit dem Geschehen auf den Rängen. 12.499 Zuschauer boten - trotz der gesperrten Westtribüne - einen ordentlichen Rahmen für das 101. Thüringenderby. Auf der Heimseite wurde eine schöne Choreo mit der dazugehörigen Pyrotechnik (siehe Videos unten) untermalt. Insgesamt eine großartige Stimmung. Für mich ist der Support der Zeisser allerdings nicht einzuschätzen, da ich sie einfach nicht hören konnte. Wie üblich waren sie aber nach dem Rückstand sehr leise, schließlich bekommen sie ja nur den Mund auf, wenn sie feiern können.

Zum Sportlichen: Die erste Halbzeit bot auf beiden Seiten spielerische Magerkost, meist kamen die Aktionen zufällig - oder durch Fehler der Abwerreihen - zu Stande. Die erste echte Chance im Spiel hatte Merveille Biankadi, als er den Ball schön durch die Jenaer Abwehrreihe mitnahm und aus spitzem Winkel abzog. Der halbstarke Koczor konnte den Ball allerdings parieren. Danach näherten sich auch die Heinze mal unserem Tor an, Brüggmanns Schuss war allerdings eher ein Anschlag auf die eigene Fankurve als eine Gefahr für unser Tor. Dann waren wir wieder am Zug, als André Lauritos Kopfball nach einer Ecke von Christoph Menz drüber segelte. Mehr gab es in Halbzeit eins nicht zu sehen.

Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Bock von Philipp Klewin, als er einen Rückpass von Daniel Brückner direkt vor die Füße von Timmy Thiele spielte. Der bewies in dieser Situation eindrucksvoll, dass er ein guter Viertligastürmer ist und - anstatt den Ball direkt in unser leeres Tor zu schießen - den Ball erstmal gemütlich annahm um unserer Abwehr etwas Zeit zu verschaffen. Sein Zuspiel auf Brügmann war dann zwar nicht ganz schlecht, aber Philipp Klewin hielt das Ding. Hier hatten wir mächtig Glück, kaum auszudenken was passiert wäre, wenn hier echte Fußballer das blaue Dress angehabt hätten. Die Heinze spielten jetzt etwas strukturierter, schafften es aber kaum wirklich gefährlich zu werden. Thiele wollte nun unbedingt seine Viertklassigkeit unter beweis stellen. Erst spielte er einen hundsmiserablen Ball in die Mitte um wenig später - völlig freistehend - den Ball nicht zu treffen. Junge, so wird das nichts in Liga drei. Wer hat hier heute noch keine Erwähnung gefunden? Na? Na? Klar, der „Pimmel“ Löhmannsröben. Nach knapp einer Stunde wurde ihm wohl klar, dass seine Sommerentscheidung ein Fehler war. Da kommt natürlich Frust auf, der irgendwie raus muss. So holte er Merveille Biankadi in Catchermanier von den Beinen. Was bleibt einem schon übrig, wenn man ständig nur die Rücklichter der Gegenspieler sieht, und genau weiß, dass das die ganze Saison so bleiben wird? Klar, nichts. Gelb hat er sich redlich verdient, der Horst. Die Heinze hatten jetzt ein paar nette Ballstaffetten (klar, der Viertligastürmer Thiele wurde nicht einbezogen), aber gefährlich wurden sie weiterhin kaum. So musste Christoph Menz vor dem eigenen Tor für Gefahr sorgen, als er beim Klärungsversuch den Ball Richtung eigenes Tor bugsierte. Die anschließende Ecke zeigte, dass die Heinze nichtmal mit geschenkten Standards irgendetwas anfangen können.

Dann endlich die Erlösung: Der eingewechselte Christopher Bieber traf per Kopf nach einer Ecke von Christoph Menz. Es war wirklich sehr überraschend, das ausgerechnet der 1,92 m kleine Bieber per Kopf traff. Also, jedenfalls für die 3.Liga-Neulinge von den Kernbergen. Aber solche Anfängerfehler passieren halt mal. Würde mich aber schon ziemlich ankotzen, wenn das ausgerechnet im Derby passiert. Das hängt einem dann ewig nach. Nach dem Führungstreffer zogen wir uns zurück und überließen den Heinzen (für mich völlig unverständlich!) das Feld. Die kamen jetzt gleich mehrfach zu guten Chancen. Aber entweder war Philipp Klewin zur Stelle oder es halfen Pfosten oder Latte. Da war auch noch eine Menge Unvermögen (Starke) der Heinze dabei, dass sollte unbedingt noch erwähnt werden.

Fazit: Nach einem eher schwachen Spiel gewinnen wir das Derby etwas glücklich. Jena hätte am Ende den Ausgleich eigentlich noch machen müssen, bei den vielen Chancen. Aber diesmal hatten wir endlich mal das Glück, dass uns bisher immer gefehlt hat. Ob verdient oder unverdient ist jetzt schon egal, Hauptsache den Großfressen von der Saale wurde erstmal das Maul gestopft, wie der Volksmund so schön sagt.

Ausblick: Durch den Sieg haben wir die Abstiegsplätze verlassen, stehen aber bereits am Freitag schon vor der nächsten Hürde in Osnabrück. Die liegen derzeit auf Platz zehn und wir könnten sie mit einem Sieg überholen. Wichtig wäre aus meiner Sicht aber erstmal, nicht zu verlieren, um den Trend jetzt endlich umzukehren.

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