Mit einem gerechten 1:1-Unentschieden kamen unsere Jungs aus Chemnitz zurück. Unser Tor erzielte Tugay Uzan mit einem abgefälschten Fernschuss. Beide Mannschaften hatten Chancen ohne Ende, so dass dieses Spiel auch 4:4 hätte enden können.

Das Spiel begann mit einer großen Überraschung: Neben dem gesperrten Jannis Nikolaou fehlte auch Torjäger Carsten Kammlott. Er saß bis zur Halbzeit auf der Bank und kam dann für Sebastian Tyrala ins Spiel. Für ihn stürmte Tugay Uzan von Beginn an.

Die Anfangsphase des Spiels fand zwischen den Strafräumen statt, beide Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig. Die erste gefährlich Szene im Spiel hatten die Chemnitzer, die Grote mit einem Lupfer über Philipp Klewin auch gleich zum 1:0 nutzte. Es gibt Menschen, die der Meinung sind, Klewin hätte zu weit vor seinem Tor gestanden. Aus meiner Sicht als staatlich anerkannter Diplom-Torwartologe ist das falsch. Klewin steht auf der 5-Meter-Linie und damit eigentlich genau richtig. Mir stellt sich eher die Frage, warum weder Okan Aydin noch Mario Erb den Chemnitzer am Abschluss hinderten. Letzten Endes möchte ich einfach den tollen Schuss von Grote würdigen, der den Ball perfekt trifft.

Dass die Mannschaft intakt ist, war in den Minuten danach zu spüren. Dieser Rückstand hatte keinen Einbruch zur Folge. Unsere Jungs taten von nun an mehr nach Vorn und wollten den Ausgleich. Allein es mangelte an der Präzision beim letzten Pass. Das Spiel blieb weiter offen und beide Mannschaften hatten ihre Möglichkeiten. Okan Aydin kam gegen den Chemnitzer Torhüter Kunz zu spät, Philipp Klewin rettete auf der Gegenseite gegen Florian Hansch. So ging es mit einem 1:0 für Chemnitz in die Pause.

Sebastian Tyrala blieb in der Kabine, für ihn kam nun Carsten Kammlott auf den Platz. Mit ihm wurde unser Spiel nun deutlich druckvoller, was natürlich auch an der neuen Ausrichtung mit zwei Stürmern gelegen haben dürfte. Okan Aydins Fernschuss ging noch weit vorbei, aber es war nun deutlich zu spüren, dass die Halbzeitansprache Wirkung gezeigt hat. Carsten Kammlott leitete dann eine wahre Chancenserie ein, als Kunz seinen Linksschuss zur Ecke klärte. Die anschließende Ecke wurde wieder sehr gefährlich, als der agile Tugay Uzan aus fünf Metern abzog und Kunz den Ball gerade noch wegfausten konnte. Der Abpraller landete vor den Füßen von Jens Möckel, der allerdings nicht ganz an den Ball herankam. Chemnitz konnte die Situation zunächst klären, doch unsere Jungs blieben dran und kamen letztendlich wieder durch Tugay Uzan zum Abschluss. Kunz konnte wieder zur Ecke klären. Diese wurde wieder gefährlich, doch Brückners Flanke verpassten in der Mitte alle vier mitgelaufenen  Rot-Weißen.

Nun waren die Chemnitzer mal wieder dran und hatten nach einem Traumpass auf Anton Fink eine Riesenchance. Philipp Klewin konnte den Ball mit einem Weltklasse-Fußreflex an den Pfosten lenken, von wo aus er glücklicherweise nicht über die Linie, sondern zurück ins Feld sprang. Die Chemnitzer wollten jetzt die Entscheidung, aber unsere Abwehr stemmte sich dagegen und hielt den Kasten sauber. Das Spiel blieb weiter offen und so kamen wir auch zum Ausgleich. Jens Möckel führte einen Freistoß am eigenen Strafraum schnell aus und flankte den Ball auf Theo Bergmann. Der leitete den Ball mit dem Kopf weiter zu Tugay Uzan, der ihn mit der Brust runter nahm und drei Chemnitzer umkurvte. Sein anschließender Linksschuss wurde von einem Chemnitzer Abwehrspieler abgefälscht, so dass Kunz im Chemnitzer Tor geschlagen war. Das war der bis dato verdiente Ausgleich. Die Chemnitzer versuchten nun aber wieder offensiv tätig zu werden: Erst konnte Philipp Klewin einen Fernschuss aus knapp 30 Metern abwehren, dann klärte Daniel Brückner einen Kopfball zur Ecke. Die letzte Chance für die Chemnitzer vergeigte dann Frahn, als er den Ball freistehend über Klewin an die Querlatte lupfte. Auch den Nachschuss vergab er kläglich. Kurz vor Schluss hätte dann eigentlich das 2:1 für uns fallen müssen. Erst gewann der eingewechselte Christopher Bieber den Ball gegen einen Chemnitzer Abwehrspieler, dann passte er aber viel zu früh auf den im Abseits stehenden Carsten Kammlott. Der anschließende Treffer wurde zurecht nicht gegeben, man muss Bieber hier aber den Vorwurf machen, dass er diese Situation besser ausspielen muss.

Fazit: Ein Punkt, mit dem man leben kann und der über 90 Minuten auch verdient zu Stande kam. Wären wir im Abschluss effektiver, hätten wir dieses Spiel (wie so oft) auch gewinnen können. Das Gleiche können die Chemnitzer aber ebenso behaupten, daher geht der Unentschieden aus meiner Sicht auch in Ordnung.

Ausblick: Am Freitagabend haben wir mit dem Jahn aus Regensburg einen Aufstiegskandidaten vor der Brust. Mit in der Abstiegsverlosung sind aus meiner Sicht Bremen II (Zuhause gegen Halle), Paderborn (Zuhause gegen Zwickau) und Fortuna Köln (in Osnabrück). Es gilt für uns, mindestens zu punkten, auch wenn das natürlich schwer genug wird. Mit einem Sieg (und gleichzeitiger Niederlage von Bremen II) könnten wir den Klassenerhalt schon nahezu perfekt machen, aber dass muss eben auch erstmal so kommen. Bei uns stehen mit Vocaj (14), Aydin, Brückner und Klewin (jeweils 4) gleich vier Spieler vor einer Gelbsperre.

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