Es gibt sie für uns also noch, diese Spiele, in die ich ganz entspannt gehen kann, weil unsere Jungs eigentlich nur gewinnen können. Am 28. Spieltag beim MSV Duisburg war das so. Und doch ärgere ich mich im Nachhinein irgendwie, dass die Jungs keinen Punkt mitgebracht haben. Verdient hätten sie ihn nämlich.

Stefan Krämer schickte fast dieselbe Elf auf den Platz wie beim Sieg gegen Osnabrück am Dienstag. Einzig Jannis Nikolaou musste gesperrt passen, dafür kam Liridon Vocaj ins Team, der seine Gelbsperre gerade abgesessen hatte. Das Spiel begann zwischen den Strafräumen, Duisburg hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, wurde aber von uns sehr hoch angelaufen. So gelang auch die überraschende 1:0-Führung durch Tugay Uzan, der Bomheuer den Ball abjagte und allein auf Torhüter Flekken zulief. Er kreuzte klug den Laufweg von Bomheuer und schob den Ball zur Führung ins Tor (14.). Das Duisburger Operettenpublikum pfiff sich schonmal die nichtvorhandene Seele aus dem Leib, um diesen lächerlichen Spielern vom Tabellenführer mal die Meinung zu geigen. Oft hört man ja den Spruch „Sowas gibt's nur in Erfurt“. Erstens kaum vergleichbar und zweitens: keineswegs gibt's sowas nur in Erfurt. Erfolgszuschauer (Fans wäre zuviel des Guten) gibt es überall. Aber bleiben wir sportlich. Duisburg kam und drehte das Spiel innerhalb von zehn Minuten.

Den Ausgleich erzielte nach einem mustergültigen Konter Iljutcenko nur vier Minuten nach unserer Führung. Da können wir gern über kleinere Fehler unserer Jungs reden, aber ich glaube, man muss einfach anerkennen, dass das wirklich klasse herausgespielt war. In der 24. Minute waren die Zebras dann ein wenig im Glück, als der Schiri auf eine Schauspieleinlage der Duisburger hereinfiel und auf Freistoß für den MSV entschied. Die Duisburger beschwerten sich eigentlich, weil sie lieber den Konter gespielt hätten. Schade, dass der Schiri bei der Vorteilsauslegung während der Schiedsrichterschulung scheinbar eingenickt war, denn sonst wäre das 2:1 für Duisburg wahrscheinlich nicht gefallen. Aber sei es drum. Wiegel brachte den Ball in den Strafraum und Bajic kam mit dem Kopf an den Ball. Philipp Klewin hätte diesen Ball sicherlich locker gehalten, denn eine echte Aufgabe war das nicht. Doch leider bekam Iljutcenko den Ball an die Rübe und lenkte ihn so ins Tor. Manchmal läuft es halt ziemlich bescheiden. Haken dran, die Mannschaft hat das trotzdem nicht umgeworfen.

Dann die nächste strittige Situation, als Schnellhardt die halbe Abwehr durchdribbeln konnte und von Christoph Menz von den Beinen geholt wurde. Schiri Schult entschied auf Freistoß und Gelb. Auch wenn es reine Spekulation ist, für mich hätte es hier auch rot geben können. Das Foul an sich ist gelbwürdig, da Menz klar von der Seite kommt. Rohes Spiel ist es auch nicht, weil er ihm nur ein Bein stellt um ihn aufzuhalten, nicht um ihn zu verletzen. Für mich ist aber mehr als unwahrscheinlich, dass Mario Erb noch an den Ball kommt, weil Schnellhardt Linksfuß ist und nur noch abziehen braucht. Für mich also Glück, dass Menz nicht vom Platz geflogen ist. Das Problem ist für mich hier aber klar: Schnellhardt muss vorher gestellt und nötigerweise von den Beinen geholt werden - das Abwehrverhalten war ziemlich lächerlich. Den fälligen Freistoß konnte Philipp Klewin zur Ecke klären. Es gab - selbstredend - Abstoß.

Bis zur Pause hatten unsere Jungs dann noch zwei Chancen: Tugay Uzans missglückte Flanke hatte Dusiburgs Torhüter Flekken unterschätzt und konnte gerade so zur Ecke klären. Es gab - selbstredend - Abstoß. Kurz darauf flankte Luka Odak den Ball in die Mitte auf Tugay Uzan, allerdings kam Bajic mit dem Kopf an den Ball und lenkte ihn fast ins eigene Tor. Flekken reagierte gut und klärte den Ball zur Ecke. Überraschenderweise sah das Schiedsrichtergepann diesmal alles richtig und es gab die Ecke auch. Diese brachte Theo Bergmann in die Mitte und Tugay Uzan nahm den Ball direkt. Die Justierung der Knochen war aber nicht ganz korrekt, somit jagte der Kammlott-Ersatz den Ball in den Oberrang. Egal. Geht der rein, steht das Ding zur Wahl des Monats. Kurz darauf war Halbzeit.

Aus der Pause kamen unsere Jungs dann druckvoll wie selten. Man munkelt, dass dem Duisburger Eventpublikum der Atem stockte, sodass sie nichtmal in der Lage waren zu pfeiffen. Die Jungs kombinierten sich klasse auf der rechten Seite durch das Mittelfeld der Duisburger. Theo Bergmann verlagerte den Ball klug auf die linke Seite zu Daniel Brückner. Mit seinem linken Zauberfüßchen setzte der dann gleichmal den omnipräsenten Sebastian Tyrala (klasse Leistung!) in Szene. Seinen Linksschuss konnte Bajic leider zur Ecke klären. Wäre der Ball drin gewesen wäre das Dusiburger Eventpublikum wahrscheinlich völlig ausgerastet und hätte Gruev zum Teufel gejagt. Diese Leute haben ECHTE Probleme!

Weiter gings mit einem Abschluss von Theo Bergmann, der - von SebastianTyrala klasse in Szene gesetzt - mit links abzog. Drüber. Theo Bergmann durfte gleich nochmal ran: Einen Freistoß aus knapp 25 Metern ballerte er auf den Kasten des MSV - leider zu zentral - Flekken klärte zur Ecke. Die vollkommene Unfähigkeit des Schiedsrichtergespannes offenbarte sich dann in der 65. Spielminute: Erstens fällt der Duisburger vollkommen lächerlich - für mich kein Foul. Aber dann schaffen sie das Kunststück und verwarnen den falschen Spieler. Erb sah gelb, dabei lief Vocaj neben der Schwalbe äähh dem Zebra her. Erst nachdem Erb und Vocaj die Unfähigen äähh Unparteiischen auf ihren Fehler aufmerksam gemacht hatten, nahm er seine Entscheidung zurück und verwarnte Vocaj. Da sag nochmal einer es bringt nichts, wenn man mit dem Schiedsrichter diskutiert. Das wäre ja alles noch ganz lustig, wenn aus diesem Freistoß nicht die nächste Fehlentscheidung resultiert hätte. Den Freistoß brachte Schnellhardt in die Mitte, wo Philipp Klewin den Ball wegfaustete. Er spielte dabei klar den Ball und im Fallen traf er dann Iljutcenko. Es gab - selbstredend - Elfmeter für Duisburg. Bajic verwandelte eiskalt zum 3:1 für den MSV.

Duisburg wollte die Führung jetzt eigentlich nur noch über die Zeit bringen und wir kamen zu weiteren Möglichkeiten. Luka Odaks Linksschuss ging allerdings weit vorbei. Dann gab es wieder Elfmeter, diesmal für uns. Samir Benamar spielte den Ball auf Theo Bergmann. Der wurde von Schnellhardt an den Beinen getroffen. Mario Erb verwandelt den Ball sicher zum 3:2 (82.). Eine Chance gab es für uns noch, doch Bergmanns Fernschuss ging am Tor vorbei.

Fazit: Die Jungs haben nicht nur gut gekämpft sondern sich auch selbst einige Chancen herausgespielt. Die Mannschaft lebt und wenn sie immer so spielen, werden wir den Klassenerhalt auch schaffen. Da bin ich ganz sicher.

Ausblick: Am Sonnabend kommt das Schlusslicht aus Mainz zu uns. Lassen wir uns von den letzten guten Spielen nicht blenden! Es muss weiter hart gearbeitet werden - sowohl auf dem Platz auch auf den Rängen. Es ist noch nichts erreicht, denn eine Niederlage am Sonnabend und unser Vorsprung würde wieder kleiner. Deshalb: ALLE auf ins Stadion und der Mannschaft den Rücken gestärkt. Auch wenn es punktemäßig ganz gut (7 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz) aussieht, Mainz hat gerade einen Lauf. Lasst uns diesen gemeinsam stoppen!

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