FC Erzgebirge Aue - FC Rot-Weiß Erfurt 2:2

Einen (unverhofften) Punkt haben unsere Jungs aus Aue mitgebracht. Unverhofft deshalb, weil hier schließlich der Tabellenzweite gegen den Tabellen 16. antrat. Zudem haben die Auer immer noch die beste Abwehr der Liga. Da fiel es mir schon schwer, an was zählbares zu Glauben.


Stefan Krämer bot exakt dieselbe Elf wie vor einer Woche gegen Würzburg auf. Es scheint also so, als hätte er seine Stammformation gefunden. Bereits in den ersten Minuten ließ die Mannschaft erkennen, was sie vorhatte. Erstmal etwas tiefer stehen, und dann gefährlich kontern. Bereits in den ersten drei Minuten hatten wir zwei Möglichkeiten, als Samir Benamar über links flankte. Einmal fand er keinen Abnehmer, beim zweiten Versucht gewann Aues Breitkreuz das Kopfballduell und köpfte gefährlich auf das eigene Tor. Männel konnte den Ball dann aber locker halten.

Nach fünf Minuten dann die Auer Führung. Aue presste bei unserem Einwurf sehr hoch und gewann den Ball. Das Tor erzielte Soukou, nachdem er an Luka Odak vorbeiging und dann auch noch Philipp Klewin austrickste. Schön gemacht sicherlich, aber aus meiner Sicht irregulär, da vorher Mario Erb von Nicky Adler gefoult wurde. Wer nun dachte, wir würden jetzt die Köpfe hängen lassen, sah sich getäuscht. Die Mannschaft schüttelte sich kurz, um dann ganz normal weiterzumachen. Taktisch konnte man sehr gut sehen, wie variabel unser Spiel mittlerweile ist. Mal pressten wir hoch und gingen bereits am Auer Strafraum dazwischen, mal empfingen wir den Gegner kurz nach der Mittellinie, um dann schnell zu kontern. Aue konnte sich eigentlich nie darauf einstellen und versuchte nach der Führung eigentlich nur noch, das Ergebnis zu verwalten. In der ersten Halbzeit kamen sie eigentlich nur noch zu einer echten Torchance, als Kvesic versuchte, die Wolken zu zerschießen.

Wir spielten weiter nach vorn und waren komplett gleichwertig. Auch in der Qualität der Chancen. Daniel Brückners Schuss ging ebenso deutlich drüber, wie Kvesics Versuch ein paar Minuten vorher. Samir Benamar machte das kurz vor der Pause dann deutlich besser. Sein schwacher Freistoß schien schon geklärt, wenn da Daniel Brückner und Christoph Menz nicht eine kleine Zaubernummer draus gemacht hätten. Brückner chippte lässig zu Menz, der mit der Hacke zurück auf Brückner, welcher mit dem Außenrist wieder in den Rückraum zu Benamar passte. Der packte den linken Hammer aus und knallte den Ball links unten in die Maschen. Da war er, der verdiente Ausgleich.

Nach der Pause kamen die Auer dann kurz mal auf. Okay, nur ganz kurz. Nach einer (scheinbar schon geklärten) Ecke kam Soukou frei vor unserem Tor zum Abschluss, Klewin hielt. Allerdings hätte das Tor sowieso nicht gezählt, da der Assistent die Fahne gehoben hatte. Die Auer werden nun behaupten, dass er nicht mehr voll durchgezogen hat, aber wenn man sich die Szene genau ansieht, dann sieht man, dass er nicht zur Linie schaut. Und der Pfiff ertönte erst nachdem Klewin den Ball bereits hatte. Also bloß keine Legendenbildung, liebe Auer. ;-)

Es kam wie es kommen musste. Ach warte, so kommt es normalerweise nicht, denn WIR gingen plötzlich in Führung. Nach einer Ecke rückte die gesamte Abwehr, selbstverständlich bis auf einen, raus, um den zweiten Ball zu bekommen. Doch Sebastian Tyrala hob den Ball vors Tor, wo mit Andre Laurito, Carsten Kammlott und Jannis Nikolaou gleich drei unserer Jungs frei und nicht im Abseits standen. Letzterer köpfte den Ball dann per Bogenlampe unhaltbar ins Tor (58.). Dann passierte eine Weile erstmal gar nichts, die Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld gegenseitig. Bis es dann (aus meiner Sicht) Elfmeter für uns hätte geben müssen, als Carsten Kammlott dem Auer Abwehrspieler den Ball stibitzt hat und dieser ihn darauf hin zu Fall brachte. Warum es diesem Elfmeter nicht gab, weiß wohl nur das Schiedsrichtergespann. Schade auch, dass das im Spielbericht des MDR keinerlei Erwähnung fand. Für mich ist gerade in der zweiten Einstellung zusehen, dass der Abwehrspieler den Ball nicht spielt aber Kammlott an der Hacken trifft. Natürlich fällt Kammlott da auch theatralisch, aber Foul bleib Foul. Entscheidet selbst - das Video findet ihr unten.

So kam es wie es kommen musste: Aue glich aus. Pascal Köpke lief in der 78. Minute allein auf Klewin zu und brachte den Ball in unserem Tor unter. Gut, man kann jetzt sagen, dass Klewin da nicht rauskommen muss. Aber die Dynamik dieser Szene bevor Köpke an den Ball kam ließ schon vermuten, dass es auf ein 1:1 hinauslaufen würde. Zudem hat Klewin nur Bruchteile von Sekunden, um sich für oder gegen das Herauslaufen zu entscheiden. Daher würde ich ihm den Fehler nicht anlasten, auch wenn er dabei natürlich unglücklich aussieht.

 Aber sei es drum: Am Ende holten wir einen verdienten Punkt beim Tabellenzweiten mit der besten Defensive. Hätte mir das vorher jemand angeboten, hätte ich sofort zugeschlagen. Aber so fühlt es sich auch ein wenig wie ein doppelter Punktverlust an. Weiter geht es dann bereits am Mittwoch bei der Zweiten Mannschaft von Mainz 05.

 

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Kompletter Spielbericht:

Die Kammlott-Szene:

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