FC Rot-Weiß Erfurt - Würzburger Kickers 1:0

Derzeit scheint es bei uns nur mit Drama zu gehen. Bereits letzte Woche machten es unsere Jungs unnötig spannend. Am Ende zitterten wir das 1:0 über die Bühne – und trotzdem war das Zittern wieder völlig unnötig.


Bei der Aufstellung gab es diesmal keine Überraschungen. Philipp Klewin stand wieder im Tor, Luka Odak spielte Linksverteidiger, Mario Erb und André Laurito zentral. Auf der rechten Seite durfte wieder Christoph Menz ran. Das Mittelfeld und der Sturm waren mit Benamar, Tyrala, Nikolaou, Brückner, Aydin und Kammlott 1:1 so besetzt, wie in Stuttgart.

Das Spiel begann äußerst zäh. Viel Geplänkel im Mittelfeld, ein Foulchen hier, ein Schwälbchen dort, ein Kopfbällchen hier, ein Schüsschen dort. Torszenen waren in der 1. Halbzeit aber mal dermaßen Mangelware, dass mich das Gefühl beschlich, dass das genauso gewollt war. Erstmal schön abwarten um dann in der 2. Halbzeit Vollgas geben. Kann gut gehen, muss es aber nicht. Ganz so Vollgas war es dann auch nicht, aber natürlich deutlich besser.

Allerdings hatten die Würzburger die ersten dicken Chancen im Spiel. In Minute 51 wurde Soriano auf halbrechts im Strafraum schön freigespielt – Philipp Klewin hielt die kurze Ecke dicht und konnte klären. Als nur zwei Minuten Später Karsanidis abzog, konnte Klewin seine ganze Stärke ausspielen und lenkte den Ball um den Pfosten.

Dann kamen erstmal wir. Okan Aydin nahm es gleich mit drei Gegenspielern auf und spielte dadurch Carsten Kammlott im Strafraum frei. Doch der vergab freistehend. Aber er musste nicht lange auf seine Bude warte. Als Luka Odak den Ball aus der Abwehr nach vorn flankte, sah das nach einer völlig harmlosen Aktion aus. Aber Carsten Kammlott ist ja ein Fuchs und ahnte was kommen könnte: Nothnagel wollte Odaks Flanke zu seinem Torhüter zurückköpfen, allerdings kam der viel zur kurz, und Carsten Kammlott lupfte den Ball über den herausstürmenden Wulnikowski, um ihn direkt danach mühelos ins Tor zu befördern. Die Erlösung war allen ins Gesicht geschrieben.

Weiter ging es erstmal nach Vorn. Nach einem Brückner-Freistoß, und einigem Tohuwabohu im Kickers-Strafraum, wurde Carsten Kammlott von Soriano zu Fall gebracht. Elfmeter und Glatt Rot für Soriano. Im Stadion war das bei dem Durcheinander schwer zu sehen – aber die Fernsehbilder sind eindeutig: Beide Entscheidungen waren korrekt. Und nun zur nächsten Parallele zum Stuttgart-Spiel: Sebastian Tyralas schwacher Schuss war eine leichte Übung für Wulnikowski. Tyrala sagte nach dem Spiel: „Eigentlich war Chipper als Schütze vorgesehen. Da er aber gefoult wurde, fragte er mich. Das war definitiv mein letzter Elfmeter in dieser Saison.“ Haken dran, weiter ging es.

Würzburg klappte nun das Visier runter und spielte nach vorn. Aber das Karma schlug zu. Nach etwas Konfusion in unserer Abwehr war es Shapourzadeh, der den Ball an den Pfosten setzte. Shapourzadeh? Da war doch was? Ja. Er trat beim Hinspiel den am Boden liegenden Luka Odak mit voller Absicht und Wucht ins Kreuz. Dafür bekam er gerade mal fünf Spiele Sperre, obwohl es locker zehn hätten sein müssen. Nunja, jeder bekommt im Leben seine Strafe. Irgendwann.

Dann waren wir wieder am Drücker. Sebastian Tyrala ging mit einer tollen Einzelleistung an drei Würzburgern vorbei, spielte einen tollen Pass auf den eingewechselten Pablo Pigl, der Carsten Kammlott klasse in Szene setzte. Leider vergab er auch diese dicke Möglichkeit. So wurde es dann nochmal spannend, denn die Kickers warfen nun alles nach Vorn. Fünf Minuten vor Schluss dann die größte Möglichkeit des Spiels. Nach einem Freistoß köpfte Fenell den Ball freistehend nur an den Pfosten. Von dort sprang er wieder an Fenells Beine und konnte im letzten Moment von Philipp Klewin entschärft werden. Dann war es endlich vorbei und wir haben die drei Punkte im Sack.

Fazit: Ein dreckiger Arbeitssieg, der uns erstmal etwas Luft nach unten verschafft. Wir müssen jetzt unbedingt auf dem Boden bleiben und weiter arbeiten. Am Sonntag geht es dann zum Tabellenzweiten nach Aue. Alles was wir von dort mitbringen ist aus meiner Sicht Zugabe.

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