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Wie konnte es nur dazu kommen? Wie? Ich werde noch verrückt mit diesem Verein. Erst spielt die Mannschaft den Gegner bis zwei Minuten vor Schluss in Grund um Boden, um sich dann am Ende den Sieg noch zurecht zu zittern. Aber der Reihe nach. Bereits vor dem Spiel die erste dicke Überraschung. Stefan Krämer nahm Eric Domaschke aus dem Tor und stellte Philipp Klewin von Beginn an zwischen die Pfosten. Christoph Menz rückte auf die Rechtsverteidiger-Position, Luka Odak begann auf Links. Wir begannen druckvoll, Stuttgart wusste überhaupt nicht wie ihnen geschah. Das Pressing begann nahezu direkt am Strafraum der Schwaben. So konnte die technisch versierte und eigentlich spielfreudige Mannschaft ihr Spiel zu keinem Zeitpunkt auf den Platz bringen. Taktisch also genau das richtige Rezept.


Als der Schiri dann in der 6. Minute (für mich unberechtigt) auf den Punkt zeigte, schien der Plan direkt aufzugehen. Allerdings scheiterte Sebastian Tyrala vom Punkt. Nur eine Minute später dann der nächste Tiefschlag: Nach einem Freistoß von Okan Aydin erzielte Carsten Kammlott das 1:0. Doch leider gab der Schiedsrichter das Tor nicht, weil Kammlott angeblich im Abseits stand. Dem war allerdings nicht so. Man könnte nun meinen, die Mannschaft verliert den Eifer, gerade nach den schlechten Ergebnissen der letzten Wochen. Doch dem war ganz und gar nicht so. Die Jungs pressten weiter sehr hoch und Stuttgart kam überhaupt nicht zu einem geordneten Spielaufbau. Chancen gab es eigentlich nur für uns: Samir Benamars Freistoß klatschte (abgefälscht) an den Pfosten. Carsten Kammlott setzte nach, kam aber leider nicht mehr an den Ball. Dann war Halbzeit und ich hatte die Befürchtung, dass die Jungs das Tempo nicht über 90 Minuten durchhalten würden. Doch die Jungs schafften direkt nach der Pause erstmal Fakten. Christoph Menz' Einwurf leitete Daniel Brückner sehr schön auf Okan Aydin weiter. Der nahm den Kopf hoch und sah Carsten Kammlott in der Mitte. Der grätschte in Aydins Zuspiel und vollenedete zum 0:1 (49. Minute). Wir waren nun weiterhin die klar bessere Mannschaft, spielten uns aber erstmal keine Großchancen heraus. Alles im Griff lautete die Devise, die Stuttgarter bekamen gegen  unser aggressives Pressing überhaupt nichts auf die Reihe.

Das 2:0 durch Christoph Menz kann man dann in die Kategorie „Zufall“ einordnen. Luka Odak, Daniel Brückner und Samir Benamar demontierten die Stuttgarter auf der linken Seite. Odak flankte den Ball in die Mitte, wo Christoph Menz erstmal nicht an den Ball kam. Der Stuttgarter klärte aber nur in die Mitte, wo Sebastian Tyrala abzog. Der nächste Stuttgarter warf sich in den Schuss, der dann vor Menz' Füße viel. Der fackelte nicht lange und zog mit links ab. Sein Schuss wurde vom nächsten Stuttgarter abgefälscht und ging unhaltbar für den Torhüter ins Tor. Zufall. Egal. Drin. Zählt.

Die Stuttgarter warfen nun alles nach vorn - brachten Philipp Klewin aber eigentlich kaum in Bedrängnis. Wir konterten von nun an extrem gefährlich. Allerdings ließen Okan Aydin freistehend (81.), Jens Möckel (86.) und Carsten Kammlott (88.) beste Möglichkeiten liegen. Für mich waren das alles 100%tige Torchancen, die einfach rein müssen. Mit der Erfahrung, die jeder langjährige Rot-Weiß-Fan hat, schrieb ich in der 83. Minute diesen Tweet auf Twitter:



Und manchmal habe ich auch recht: Stuttgart schaffte in der 90. Minute den Anschluss per wunderschönem Fernschuss. Klewin war machtlos. Stuttgart warf nun alles nach vorn, wurde aber nur noch einmal gefährlich. Klewin und der Pfosten verhinderten den späten Ausgleich. Am Ende gewannen wir hochverdient mit 2:1 in Stuttgart. In Stuttgart!!!!! Das muss man sich mal vorstellen! Nun gilt es aber, diesen Sieg richtig einzuschätzen und als das zu nehmen was er ist: Drei Punkte. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn man die heutigen Ergebnisse und die Tabelle betrachtet, sieht man, wie wichtig dieser Sieg war. Mit einer Niederlage wären wir Letzter gewesen. Es gilt nun, diese Leistung am nächsten Sonntag zu wiederholen und drei Punkte einzufahren. Und dieses dämliche Geblubber, dass wir seit 5.000 Jahren auswärts ohne Sieg sind hört nun auch endlich auf. Ein guter Tag für jeden, dem Rot-Weiß besonders am Herzen liegt.