22 dresden

Die Jungs haben es geschafft. Sie haben den Tabellenführer verdient besiegt. Sie haben gezeigt, dass sie es können. Sie haben sich Selbstvertrauen geschenkt. Sie haben uns Fans wieder Hoffnung gegeben. Aber der Reihe nach:

Das Spiel begann aus meiner Sicht mit einem Skandal. Vom Ordungsdienst wurden einige Mitglieder der Erfordia Ultras im Steinhaus zu Ganzkörper- und Nacktkontrollen gezwungen. Die Reaktion der Ultras war aus meiner Sicht vollkommen korrekt. Sie betraten anschließend den Block und nach lauten „Fußballfans sind keine Verbrecher!“-Sprechchören verließen sie geschlossen das Stadion. Es kann aus meiner Sicht nicht angehen, dass die Grundrechte mit Füßen getreten werden. „§ 1 Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Dieser Grundrecht darf in keinem Fall außer Kraft gesetzt werden, auch nicht auf Kosten der angeblich gefährdeten Sicherheit.

Aber nun zum erfreulichen Teil des Tages:
Die Anfansminuten zeigten klar, dass die Jungs sich heute zerreißen würden. Sie pressten hoch und zwangen Dynamo zu langen Bällen. Spielerisch lief das alles noch nicht so prall, zwei Chancen standen in der Anfangsphase zu Buche. Dresden fiel nicht viel ein, auch wenn sie insgesamt mehr Ballbesitz hatten. So war es auch nicht verwunderlich, dass ein (unnötiger) Standard dann das 0:1 für den Tabellenführer bedeutete. Testroet köpfte nach eine Ecke unbedrängt ein. Aber die Jungs ließen sich davon nicht beirren und bissen sich wieder zurück ins Spiel. Marc Höcher flankte kurz vor der Halbzeit einfach mal in die Mitte. Natürlich peilte er den Kopf des aufegrückten Andre Laurito an. Der kam allerdings nicht an den Ball und so schlug der Ball im Netz ein.

In der zweiten Halbzeit steigerten die Jungs sich dann sogar noch. Aggressiv und voller Spielfreude wurde der Tabellenführer unter Druck gesetzt. Als Sebastian Tyrala im Strafraum gefoult wurde, nahm er sich sofort die Pille und übernahm Verantwortung. Er verwandelte den Elfmeter souverän zum 2:1 (69.). Dresden hatte in Halbzeit zwei nicht viel zu bieten: Einmal rettete Luca Odak auf der Linie. (51.) Ein anderes mal traf Testroet freistehend die Bude nicht. Da war zweimal Glück dabei. Wie dieser Trainer tickt, zeigte sich dann in der 84. Minute. Wir führten mit 2:1 und er bringt für Judt nicht etwa einen Abwehrspieler, er bringt Stürmer Sebastian Szimayer. Als dann alle schon den Abpfiff herbei sehnten, konterten wir nochmal richtig klasse. Carsten Kammlott bekam im Strafraum den Ball und konnte sich gegen drei Gegenspieler nicht durchsetzen. Nachdem er den Ball verlor setzte Okan Aydin nach und ging an allen drei locker vorbei um den Ball dann in den Maschen unterzubringen. Nun brachen alle Dämme und das Spiel schien entschieden. Allerdings kam Dynamo im direkten Gegenzug direkt zum Anschlusstor - Hartmann köpfte zum 3:2 ein. Doch das half alles nichts: Wir haben das Spiel verdient gewonnen. Nächste Woche spielen wir dann in Münster.