2016

Ich wünsche allen, die es mit Rot-Weiß halten ein frohes neues Jahr. Gern würde ich davon schreiben, das dies unser Jahr wird. Vielleicht wird es das sogar, jedenfalls wenn man den eigenen Blickwinkel ändert. Denn wenn der Klassenerhalt gelingt und wir diesen verdammten Thüringenpokal holen, dann wäre ich schon vollkommen zufrieden. Im 50. Jahr nach der Neugründung geht es für uns ausschließlich ums nackte Überleben. Um nichts anderes.

 Es geht nicht darum, tollen Fußball zu zelebrieren, möglichst gute Unterhaltung zu bieten oder um neumodische taktische Dinge. Es geht um Kampf, Ehrlichkeit und darum, ALLES diesem einem Ziel unterzuordnen. Für die Verantwortlichen, für die Spieler, aber auch für uns Fans. Aus meiner Sicht kann der Klassenerhalt gelingen, wenn wir alle zusammenhalten und uns nicht von den Medien oder irgendwelchen Besserwissern auseinanderdividieren lassen. Denn sollte der Klassenerhalt nicht gelingen, dann dürfte das auf Jahre hinweg maximal die 4. Klassigkeit bedeuten. Und wer will schon da rumdümpeln, wo unsere Freunde von unter den Kernbergen seit Jahren abhängen? Sicher niemand.


Was wird in diesem Jahr sonst noch auf uns zukommen? Der Verein wird 50 Jahre alt, die Ultras 20, das Stadion wird eingeweiht und ich habe im Oktober meine „Silberhochzeit“ mit diesem Verein. Seit 1991 bin ich fest mit ihm verbunden und blicke zurück auf viele schöne Erlebnisse und Bekanntschaften, auf elendige Dreckskicks und auf grandiose Siege. Ich erinnere mich an viele ehrliche Typen, die alles für den Verein gegeben haben. An Schaumschläger, die uns das Blaue vom Himmel erzählen wollten und an die Unscheinbaren, von denen man eigentlich nie was hörte aber die trotzdem irgendwie dazugehören. Ich erinnere mich an Skandale, Intrigen und viele skurile Gerüchte. Wir waren gemeinsam auf den Dörfern dieser Republik, aber auch in den großen Stadien. Ich habe viele Traditionsvereine an uns vorbeiziehen sehen - entweder in die eine oder eben in die andere Richtung. Aber auch diese neumodischen Retortenklubs, die ohne Geld gar nichts wären. Wir blieben stabil. Dabei sollte es bleiben, und jeder sollte diesem einem Ziel alles andere unterordnen. Es muss gelingen, egal wie!